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Die Drohnenverordnung der europ├Ąischen Union

 

Die EU-Richtlinien definieren ab 2021 neue Grundregeln f├╝r alle Mitgliedsstaaten, sowie der Schweiz, Norwegen und Island, im Bezug auf den Betrieb von unbemannten Flugger├Ąten (UAVs / Drohnen).

 

Au├čerdem wurden in den EU-Richtlinien f├╝r Drohnen drei Anwendungsszenarien definiert, diese enthalten weitere unterschiedliche Auflagen:

– Open (Offen) – Specific (Spezifisch) ÔÇô
Certified (Zertifiziert)


 

Drohnen werden ab sofort in 5 Risikoklassen unterteilt.

Es wurden folgende Risikoklassen festgelegt: C0, C1, C2, C3 und C4

Je nach Zuweisung erhalten die Drohnen durch den Hersteller eine entsprechende Kennzeichnung. F├╝r bereits bestehende und vor dem 01.01.2023 produzierte Drohnen (ohne Klassifizierung und Klassen-Kennzeichnung) existieren Sonderregeln und eine befristete ├ťbergangsregelung.

 

 


 

Drohnen ohne Klassifizierung / Bestandsdrohnen

 

F├╝r diese Drohnen gelten zwei Regeln: Eine permanent geltende grobe Regelung und Einteilung, sowie eine zeitlich befristete Lockerung welche als ├ťbergangsregelung fungiert.

 

  • F├╝r all diese Drohnen besteht eine Versicherungspflicht in Form einer
    Drohnen-Haftpflichtversicherung!

 

Permanente Regelung

Die permanente grobe Regelung (zeitlich unbeschr├Ąnkt und damit dauerhaft g├╝ltig) beschreibt unterschiedliche Auflagen f├╝r bestehende / unklassifizierte Drohnen je nachdem unter welche Regelungen bez├╝glich ihres Abfluggewichtes diese f├Ąllt:

 

Drohnen mit Abfluggewicht unter 250g
  • D├╝rfen in der Kategorie Open (Offen) ÔÇô Unterkategorie A1 geflogen werden.
  • Gebrauchsanweisung muss gelesen werden.
  • Es muss kein EU-Drohnenf├╝hrerschein absolviert werden.

 

Drohnen mit Abfluggewicht ├╝ber 250g bis 25kg
  • D├╝rfen ausschlie├člich in der Unterkategorie A3 geflogen werden (Ausnahmen siehe ├ťbergangsregelung)
  • Es muss der ÔÇ×kleine EU-Drohnenf├╝hrerscheinÔÇť / EU Kompetenznachweis absolviert werden.

 

├ťbergangsregelung

Die zeitlich befristete ├ťbergangsregelungen gelten als freiwillige Regelungen. Solltest du diese Lockerungen nicht ben├Âtigen, kannst du dich auch nach den oben beschriebenen groben Regeln richten. Die ├ťbergangsregelung betrifft Drohnen ohne Klassifizierung / Kennzeichnung und Drohnen welche vor dem 01.01.2023 vermarktet wurden.

Die folgenden Regeln sind bis zum 01.01.2024 g├╝ltig:

 

Drohnen mit Abfluggewicht zwischen 250g und 500g
  • D├╝rfen in der Kategorie Open (Offen) ÔÇô Unterkategorie A1 geflogen werden.
  • Es muss der ÔÇ×kleine EU-Drohnenf├╝hrerscheinÔÇť / EU Kompetenznachweis absolviert werden.

 

Drohnen mit Abfluggewicht zwischen 500g und 2kg
  • D├╝rfen in der Unterkategorie A3 geflogen werden, wenn der ÔÇ×kleine EU-Drohnenf├╝hrerscheinÔÇť / EU Kompetenznachweis absolviert wurde.
  • Wurde der ÔÇ×gro├če EU-Drohnenf├╝hrerscheinÔÇť / EU Kompetenznachweis absolviert, darf auch in der Unterkategorie A2 geflogen werden (jedoch mit einem Mindestabstand von 50 Metern zu Menschen und die Ausnahme betreffend des 5 Meter Abstandes im Langsam-Modus gilt hier nicht).

 

Drohnen mit Abfluggewicht zwischen 2kg und 25kg
  • D├╝rfen in der Unterkategorie A3 geflogen werden.
  • Es muss der ÔÇ×kleine EU-Drohnenf├╝hrerscheinÔÇť / EU Kompetenznachweis absolviert werden.

 

 


 

Drohnen-Risikoklassen

 

Risikoklasse C0

 

Betrifft Drohnen bis 250g Startgewicht, sowie selbstgebaute Drohnen und Drohnen ohne Klassifizierung bis 250g Startgewicht. (Eigenbauten ├╝ber 250g fallen unter Klasse C3/C4)

 

Die Auflagen f├╝r Hersteller schreiben vor das der Drohne eine Gebrauchsanweisung beiliegen muss, die EU-weiten Spielzeug-Sicherheitsrichtlinien (2009/48/EC) erf├╝llt werden bzw. die Drohne unter 19m/s Geschwindigkeit bleibt. Au├čerdem darf die Drohne keine scharfen Kanten besitzen und muss ├╝ber ein einstellbares H├Âhenlimit verf├╝gen.

 

Drohnen dieser Risikoklasse ben├Âtigen keine elektronische ID und keine automatische GEO Flugbeschr├Ąnkungs├╝berwachung.

 

Die Vorgaben an den Piloten bzw. Steuerer lauten wie folgt: Die Gebrauchsanweisung muss gelesen werden, der Pilot / Steuerer muss sich beim Luftfahrtbundesamt (LBA) registrieren, wenn die Drohne eine Kamera (oder einen anderen Sensor, welcher sich zum Erfassen personenbezogener Daten eignet) besitzt. In diesem Fall ist auch eine elektronische Registrier-ID (e-ID) anhand eines EU-Drohnenkennzeichens auf der Drohne notwendig.

(Ausgenommen von dieser Vorgabe sind Spielzeugdrohnen, welche den Spielzeug-Sicherheitsrichtlinien (2009/48/EC) entsprechen). F├╝r die Drohne muss eine g├╝ltige Haftpflichtversicherung bestehen.

 

Die Freigaben gestatten es Drohnen dieser Risikoklasse in allen Unterkategorien (A1, A2 und A3) der Kategorie Open zu fliegen.

 

Für Drohnen der Risikoklasse C0 ist kein EU-Drohnenführerschein erforderlich. 

 

 

Risikoklasse C1

 

Betrifft Drohnen unter 80 Joule Bewegungsenergie oder einem Abfluggewicht bis 900 Gramm.

 

Die Auflagen f├╝r Hersteller schreiben vor das der Drohne eine Gebrauchsanweisung, sowie Unterlagen ├╝ber die Bewegungsenergie und mechanische Stabilit├Ąt beiliegen muss. Die Geschwindigkeit der Drohne auf 19m/s begrenzt und eine Notfallprozedur f├╝r Verbindungsverlust (z.B. Return-to-Home) vorhanden ist. Au├čerdem darf die Drohne keine scharfen Kanten besitzen und muss ├╝ber ein einstellbares H├Âhenlimit verf├╝gen. Drohnen dieser Risikoklasse ben├Âtigen Systeme zur Fernidentifizierung (dieses System sendet dauerhaft die e-ID des Piloten) und automatischen GEO Flugbeschr├Ąnkungs├╝berwachung von Drohnen.

 

Die Vorgaben an den Piloten bzw. Steuerer lauten wie folgt: Die Gebrauchsanweisung muss gelesen werden, der Pilot / Steuerer muss den EU-Kompetenznachweis / ÔÇ×kleinen EU Drohnen-F├╝hrerscheinÔÇť (bestehend aus Online-Training und Online-Pr├╝fung) absolviert haben. Der Pilot muss sich au├čerdem registrieren und seine e-ID mittels Plakette / Kennzeichen an der Drohne anbringen, sowie diese in das System zur Fernidentifizierung eintragen. F├╝r die Drohne muss eine g├╝ltige Haftpflichtversicherung bestehen.

 

Drohnen der Risikoklasse C1 d├╝rfen in der N├Ąhe von unbeteiligten Menschen, jedoch nicht ├╝ber Menschenansammlungen, geflogen werden (Unterkategorie A1)

 

 

Risikoklasse C2

 

Betrifft Drohnen unter einem Abfluggewicht von 4kg.

 

Die Auflagen f├╝r Hersteller schreiben vor das der Drohne eine Gebrauchsanweisung, sowie Unterlagen ├╝ber die Bewegungsenergie, mechanische Stabilit├Ąt und Bruch beiliegen muss. Die Geschwindigkeit der Drohne muss manuell auf maximal 3m/s begrenzbar sein (Low-Speed Modus), wenn nahe an Personen geflogen werden soll. Des Weiteren muss eine Notfallprozedur f├╝r Verbindungsverlust (z.B. Return-to-Home) vorhanden ist. Au├čerdem darf die Drohne keine scharfen Kanten besitzen und muss ├╝ber ein einstellbares H├Âhenlimit verf├╝gen. Drohnen dieser Risikoklasse ben├Âtigen Systeme zur Fernidentifizierung (dieses System sendet dauerhaft die e-ID des Piloten) und automatischen GEO Flugbeschr├Ąnkungs├╝berwachung von Drohnen.

 

Die Vorgaben an den Piloten bzw. Steuerer lauten wie folgt: Die Gebrauchsanweisung muss gelesen werden, der Pilot / Steuerer muss den EU-Kompetenznachweis / ÔÇ×kleinen EU Drohnen-F├╝hrerscheinÔÇť (bestehend aus Online-Training und Online-Pr├╝fung) absolviert haben. Der Pilot muss sich au├čerdem registrieren und seine e-ID mittels Plakette / Kennzeichen an der Drohne anbringen, sowie diese in das System zur Fernidentifizierung eintragen. F├╝r die Drohne muss eine g├╝ltige Haftpflichtversicherung bestehen.

 

Soll die Drohne auch in sicherer Entfernung zu Menschen (siehe Unterkategorie A2) geflogen werden, so muss der Pilot / Steuerer auch das EU-Fernpiloten-Zeugnis / den ÔÇ×gro├čen Drohnen-F├╝hrerscheinÔÇť besitzen. Hierf├╝r m├╝ssen eine Schulung und eine Theorie-Pr├╝fung abgelegt werden. Dies berechtigt den Piloten dazu sich Personen auf bis zu 30 Metern Abstand n├Ąhern bzw. in Ausnahmef├Ąllen und bei aktiviertem Low-Speed Modus der Drohne sogar auf bis zu 5 Metern.

 

 

Risikoklasse C3 & C4

 

Betrifft Drohnen unter einem Abfluggewicht von 25kg und alle selbstgebauten Drohnen ├╝ber 250g.

 

Auflagen f├╝r Hersteller ÔÇô Risikoklasse C3 (betrifft selbstgebaute Drohnen nicht)

Die Auflagen f├╝r Hersteller schreiben vor das der Drohne eine Gebrauchsanweisung, sowie Unterlagen ├╝ber Bruch beiliegen muss. Die Drohne muss ├╝ber eine Notfallprozedur f├╝r Verbindungsverlust (z.B. Return-to-Home) und ├╝ber ein einstellbares H├Âhenlimit verf├╝gen. Drohnen dieser Risikoklasse ben├Âtigen Systeme zur Fernidentifizierung (dieses System sendet dauerhaft die e-ID des Piloten) und automatischen GEO Flugbeschr├Ąnkungs├╝berwachung von Drohnen.

 

Auflagen f├╝r Hersteller ÔÇô Risikoklasse C4 (betrifft selbstgebaute Drohnen nicht)

Die Auflagen f├╝r Hersteller schreiben vor das der Drohne eine Gebrauchsanweisung beiliegen muss. F├╝r die Drohne ist kein autonomer Flug gestattet. Drohnen dieser Risikoklasse ben├Âtigen nur Systeme zur Fernidentifizierung (dieses System sendet dauerhaft die e-ID des Piloten) und automatischen GEO Flugbeschr├Ąnkungs├╝berwachung von Drohnen, wenn dies in der Flug-Zone, in der die Drohne gesteuert werden soll, vorgeschrieben ist.

 

Die Vorgaben an den Piloten bzw. Steuerer lauten wie folgt: Die Gebrauchsanweisung muss gelesen werden, der Pilot / Steuerer muss den EU-Kompetenznachweis / ÔÇ×kleinen EU Drohnen-F├╝hrerscheinÔÇť (bestehend aus Online-Training und Online-Pr├╝fung) absolviert haben. Der Pilot muss sich au├čerdem registrieren und seine e-ID mittels Plakette / Kennzeichen an der Drohne anbringen, in der Risikoklasse C3 muss er diese in das System zur Fernidentifizierung eintragen. F├╝r die Drohne muss eine g├╝ltige Haftpflichtversicherung bestehen.

 

Die Drohne darf nur in Gebieten geflogen werden in der keine Gef├Ąhrdung unbeteiligter Personen besteht, sowie nur entfernt von St├Ądten (siehe Unterkategorie A3).

 



 

Die Anwendungsszenarien

 

Anwendungsszenario 1 ÔÇô Open (Offen)

 

Dieses Szenario ist f├╝r allt├Ągliche Drohnenfl├╝ge mit geringem Risiko vorgesehen.

Folgende Vorgaben wurden f├╝r diese Fl├╝ge aufgestellt:

 

  • Maximal 120 Meter ├╝ber dem Boden fliegen
  • Das Flugobjekt muss sich immer in Sichtweite befinden
    (Ausnahmen: Die Drohne verf├╝gt ├╝ber einen Follow-Me-Modus und ist maximal 50 Meter vom Piloten entfernt oder eine andere Person beobachtet diese anstelle des Piloten und steht in dauerhaftem Kontakt mit diesem)
  • Es wurde eine Drohnen-Haftpflichtversicherung abgeschlossen
  • Der Pilot ist mindestens 16 Jahre alt
    (Ausnahmen: Die Drohne wurde der Risikoklasse C0 zugeordnet und es handelt sich bei dieser um ein Spielzeug. Oder es handelt sich bei der Drohne um einen Eigenbau, welcher ein Abfluggewicht von weniger als 250 Gramm aufweist)
  • Der Pilot muss sich beim Luftfahrt Bundesamt (LBA) registrieren und die vom LBA vergebene e-ID sichtbar an der Drohne anbringen, sowie in das System der Drohne eintragen
    (Ausnahmen: Die Drohne wiegt weniger als 250 Gramm und besitzt keine Kamera bzw. ohne Sensoren zur Erfassung pers├Ânlicher Daten oder diese wiegt weniger als 250 Gramm und gilt als reine Spielzeugdrohne)
  • Bez├╝glich der Frage, wo die Drohne geflogen werden darf gelten vorerst noch die Vorgaben der alten Drohnenverordnung von 2017 (Dies wird voraussichtlich bis Ende 2021 neu geregelt)
  • Weitere Auflagen sind je nach zugeordneter Risikoklasse der Drohne, sowie in den Unterkategorien A1-A3 geregelt

 

 

 

Unterkategorien ÔÇô Open (Offen)

Die Kategorie Open (Offen) wurde in drei weitere Unterkategorien unterteilt:

  • A1: Der Flug von Drohnen ist auch in der N├Ąhe von Menschen erlaubt. Das ├ťberfliegen von Menschenansammlungen oder unbeteiligte Personen ist jedoch verboten.
  • A2: Der Flug von Drohnen ist nur in sicherer Entfernung von Personen erlaubt. Diese Entfernung betr├Ągt einen Abstand von mindestens 30 Metern. In Ausnahmef├Ąllen und bei aktiviertem Low-Speed Modus kann dieser Abstand auf 5 Meter reduziert werden.
  • A3: Der Flug von Drohnen ist nur fern ab von Menschen gestattet. In der gesamten Flug-Zone der Drohne d├╝rfen sich keine unbeteiligten Personen aufhalten. Zus├Ątzlich muss ein Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten eingehalten werden.

 

Die Zuordnung einer Drohne zu der jeweiligen Unterkategorie ist aus der betreffenden Risikoklasse ersichtlich.

 

 

Anwendungsszenario 2 ÔÇô Specific (Spezifisch)

 

  • Dieses Szenario ist f├╝r Drohnenfl├╝ge gedacht, welche die Vorgaben aus dem Szenario Open ├╝berschreiten m├╝ssen. Dies k├Ânnen zum Beispiel Fl├╝ge ├╝ber 120 Meter ├╝ber dem Boden oder Fliegen au├čerhalb der Sichtweite sein.
  • Es muss eine individuelle Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
  • Es werden zuk├╝nftig standardisierte Szenarien folgen, welche es erlauben auch ohne eine solche Ausnahmegenehmigung fliegen zu d├╝rfen. Hierf├╝r wird ein sogenanntes Light AUS operator certificate (LUC) ben├Âtigt werden. Diese Szenarien k├Ânnten zum Beispiel FPV-Rennen / FPV-Fl├╝ge behandeln.

 

 

Anwendungsszenario 3 ÔÇô Certified (Zertifiziert)

 

  • Dieses Szenario ist f├╝r eine spezielle Anwendung von Drohnen gedacht, diese k├Ânnen zum Beispiel in der Industrie oder im Transportwesen stattfinden.
  • Hierf├╝r werden f├╝r die Drohnen und auch f├╝r deren Piloten (so wie auch f├╝r andere am Flug beteiligte) spezielle Zertifizierungen und Lizenzen erforderlich sein.

 


 


 

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